Nichts wünschen wir uns mehr, nichts verweigert der „Große Croupier“ konsequenter, als einen Blick in die Karten des Schicksals.

Sitzen wir mit Partnern beim Spiel, läuft alles auf den Moment hinaus, wenn es heißt: „Karten auf den Tisch!“ Endlich kommt nach dem unklaren Messen von Glück oder Geschicklichkeit im Bluffen, während dem wir nur die Rückseiten der Blätter sehen konnten, der Augenblick der Wahrheit. Wir entdecken, wie wir im Vergleich dastehen, erkennen, ob am Ende mehr Haben oder Soll übrig bleibt.

Spielübergreifend hat das „Schicksal“ die Karten in der Hand. Um hier Einblick zu bekommen, fordert der eine oder andere es durch Wahrsager heraus. Hier wird uns das Hellsehen angeboten, wie andere Dienstleistungen auch. Kartenleger deuten uns die scheinbar zusammenhanglosen Bilder spezieller Kartendecks so, dass sie einen Sinn ergeben. Zuweilen mag der verschlüsselt sein. Aber er gestattet uns einen Blick über den Horizont der Gegenwart hinaus.

Wie zwingend ist für unsere Zukunft, was uns gezeigt wird?

Wir sind keine Maschinen. Das Bild einer Sitzung beim Kartenlegen sollte man wie den Routenplan eines modernen Navigationssystems verstehen. Er bietet den bestmöglichen Weg zum Zeitpunkt, in dem er erstellt wird. Wetter- und Verkehrslage wechseln jedoch und so sollte der Weg angepasst werden. Wir haben die Möglichkeit zur freien Entscheidung. Die Kraft dafür kann uns das Hellsehen nicht geben, aber vielleicht die Richtung deuten, in die es geht.

Den Geheimnissen des Hellsehens keinen Raum geben, bedeutet ebenso Vernachlässigung des freien Willens, wie das starre festhalten daran. Es kommt immer auf den Menschen selber an.